Flau ist hier nur der Name

Gestern ab 17h Vernissage der 100. Ausstellung im Druckgraphik-Atelier, diesmal während der offenen Ateliers in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee, wie immer mit Jazz, Schmalzbrot und Andrang, diesmal mit einer kleinen Performance: Hinrich Beermann improvisierte auf dem Saxophon, Eberhard Hartwig schrieb mit – direkt in die Druckplatte, und dann wiederholte der Musiker sein Spiel nach der Mitschrift. Hat fast geklappt. Später konnte das Publikum mitverfolgen, wie so eine Platte gedruckt wird.

Heiß und kalt heißt die Werkschau, die am 12. Juli 2017 19h mit einem Künstlergespräch enden wird. Heiß und kalt, weil Tina Flau ausschließlich Kaltnadeln in leuchtenden Farben ausstellt und Eberhard Hartwig Strichätzungen und Aquatinta, beides Techniken, bei denen einzelne Arbeitsschritte Hitze verlangen, offenes Feuer, oder Hitze erzeugen. Er hat aus seinem gewaltigen Fundus farblich sehr zurückgenommene Arbeiten ausgewählt. Und so strahlt die eine Seite in frisch-bunter Präzision und die andere in samtiger Wärme. Das passt wunderbar zusammen.

Lebensgeschichte, Notat I bis IV (teils durch die Blume) und Notiz: Radierungen von Eberhard Hartwig

Vor allem der Übergang an der Stirnwand. Formbildung (2003) von Tina Flau, Fenster, Table II (2017) von Eberhard Hartwig, Fenster. In den beiden Fenstern der Hinterhof, in den beiden Grafiken viel Schwarz, große Formate mit je einer großen Fläche und einigen Linien. Beide wuchtig und zart zugleich. Sehr ähnlich und trotzdem absolut typisch für den jeweiligen Schöpfer (nein, das Papier haben sie nicht selbst gemacht, ich meine die andere).

Ein Katalog zeigt Künstlerbücher von Tina Flau. Sie haben mich sehr fasziniert, ich würde gern welche im Original sehen. Zur Vernissage kommen konnte sie nicht, ist gerade auf Island, Aufenthaltsstipendium. Aber zur Finissage wird sie da sein. Und ich auch.

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